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Klassenfahrt nach Nancy

Donnerstag | 07:20 | Abfahrt

Die Sonne ist noch nicht lange aufgegangen, aber der Himmel erstrahlt bereits in einem kristallklaren Hellblau – noch ist an diesem frischen Maimorgen alles ruhig an der Christlichen Schule Hardt. Gemächlich rollt ein gewaltiger Reisebus um die Ecke und kommt vor dem Haupteingang zum Stehen; die Hydraulik zischt, beide Türen öffnen sich und der Busfahrer steigt aus. Noch weiß keiner, was die 34 Teilnehmer der Exkursion nach Nancy in Frankreich erwartet. Werden alle pünktlich da sein? Wie wird die Fahrt? Ist Karlsruhes Partnerstadt Nancy überhaupt sehenswert? Verläuft sich jemand? Müssen die Schüler viel Französisch sprechen? Gibt es gutes W-Lan im Hotel? Spannung liegt in der Luft, als die Schüler langsam eintreffen, ihre Taschen in den Bus räumen und sich mit ihren Freunden die besten Plätze suchen.



Donnerstag | 11:25 | Erste Schritte in Lothringen

Vom Busparkplatz aus ist die Gruppe der CSH-Schüler mit Herrn Müller und Frau Surjadi durch einen Park, am Naturkundemuseum und der Oper vorbei, bis zum großen Place Stanislas gelaufen. Dort freuen sich all diejenigen, die eine Sonnenbrille eingepackt haben, denn die Sonne strahlt und die hellen Pflastersteine des Platzes blenden umso mehr. Herr Müller überredet alle zu einem Gruppenfoto vor dem Rathaus, dann stehen wir (pünktlich wie die Deutschen) im Musée des Beaux Arts de Nancy – dem Kunstmuseum. Mit Arbeitsblättern in der Hand und freundlichen Belehrungen im Ohr streben die Schüler auseinander und gehen auf Entdeckung. Hier ein Michelangelo, da ein Monet – bekannte und bis dahin unbekannte Künstler (wie Émile Friant) begegnen den Schülern auf ihrer Odyssee durch die Gänge der gewaltigen Galerien. Die Eindrücke bleiben den Schülern vor Augen, auch als sie wenig später ihr mitgebrachtes Lunchpaket verzehren oder (als besonders Kulturinteressierte) bei McDonald’s in der Schlange stehen.



Donnerstag 14:00 | Im Zug durch Nancy

Zur verheißenen Altstadt-Rundfahrt trifft sich die Gruppe nach der freien Zeit wieder am Place Stanislas. Es ist noch wärmer als am Vormittag und die goldenen Verzierungen an Laternen, Zäunen und Denkmälern glänzen in der Mittagssonne. Der kleine elektrische Zug auf Rädern, dessen Verglasung die Wärme etwas mehr verstärkt, als uns lieb wäre, schlängelt sich langsam durch die Sträßchen und Gassen der Altstadt von Nancy. Auf den Spuren großer Persönlichkeiten, wichtiger Schlachten und altehrwürdiger Architektur hören alle dem Audioguide – mehr oder weniger – gebannt zu, jedoch ahnt keiner der Schüler wie wichtig die Erklärungen der freundlichen Frauenstimme im Kopfhörer für den nächsten Programmpunkt sein werden.



Donnerstag 15:30 | Eine richtig reizende, Rätsel-Rallye

Mittlerweile steht die (leicht) verschwitzte Gruppe deutscher Schüler vor dem Touristenbüro und lässt sich von einer Mitarbeiterin den Ablauf und die Regeln der deutsch-französischen Stadt-Rallye erklären. Die Jungen und Mädchen nehmen ihre letzten Kräfte zusammen, füllen ihre Wasserflaschen nochmal auf und schreiten dann in Kleingruppen mutig über den Place Stanislas, um möglichst viele Antworten auf die Fragen des Hefts herauszufinden. Unterwegs begegnet den Lehrkräften, die etappenweise nebenher spazieren, ein breites Spektrum an Eindrücken: Ehrgeiz und Konkurrenz hier, Lockerheit und Urlaubsstimmung dort; Resignation und Hoffnungslosigkeit in der einen Gruppe, Fleiß und Pflichtbewusstsein in der anderen. Gut, dass ein Supermarkt auf der Strecke der Rallye liegt – gestärkt und erfrischt geht es an der Basilika vorbei, über den Place de la Carrière, durch den Arc Héré zurück zum Place Stanislas zur Auswertung und Preisverleihung.


Donnerstag 19:00 | Zwischen Hotel und Mama Betty

Die Schüler haben nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Linienbus endlich die langersehnten Hotelzimmer beziehen, die Füße hochlegen und sich frisch machen dürfen, konnten aber nicht allzu lange Rast machen, da eine Reservierung im Restaurant auf uns wartete. Jetzt, irgendwo zwischen Hotel und Steakhouse, geht es wieder zu Fuß mal bergauf, mal bergab und die Müdigkeit des Nachmittags scheint verflogen; es wird gelacht und der Appetit lässt die Vorfreude auf das Abendessen im „Mama Betty“ steigen. Im Lauf des Abends gibt es Burger, panierten Kabeljau, oder Cajun-Hühnchen, und zum Nachtisch Eis für alle, egal ob mit Brownie und Karamelsoße oder mit Erdbeeren, Himbeeren und Schlagsahne. Nach dem Marsch zurück ins Hotel gehen beide Lehrer naiv davon aus, dass die Jungs und Mädels jetzt müde in die Betten fallen, jedoch wird noch das eine oder andere Mal der Begriff und das Konzept der Nachtruhe erläutert, nachdrücklich wiederholt und schließlich mit einem Machtwort des Hoteliers auch von allen akzeptiert.



Freitag 10:10 | Viel Kakao

Das Aufstehen, das Hotelfrühstück, Kofferpacken und Zimmerräumen liegen schon eine gute Stunde zurück und wir sind wieder mitten in Nancy angekommen. Nachdem die Gruppe zwar pünktlich, aber an der falschen Adresse der Chocolatérie „Alain Batt“ stand, sehen wir einen freundlich winkenden Mann mit weißer Kochmütze, der uns den Weg in seine Chocolatérie weist. Es ist der Chef Chocolatier Guy Michel, der dann den Schülern ihre Sitzplätze zeigt. Während Herr Müller übersetzt, beweist Herr Michel, warum er nach seiner Ausbildung vor 30 Jahren immer noch in derselben Küche stehen darf – mit Fachwissen, Humor, Geschick und Handwerkskunst erklärt und demonstriert er fast alles, was es zum Thema Schokolade zu sagen und zeigen gibt. Es geht um die Geschichte der Macarons, die Gewinnung von Kakao, die Herstellung von Pralinen und die Besonderheit von Bergamottenöl. Bei jedem neuen Kapitel gibt für alle etwas zu naschen, nur Herr Müller kommt mit vollem Mund nicht mehr hinterher. Am Ende wird applaudiert, sich bedankt und es werden natürlich viele essbare Andenken und Mitbringsel eingekauft. Die deutsche Schulgruppe strömt aus der Chocolatérie und freut sich auf die zwei Stunden freie Zeit, die ihnen jetzt zur Verfügung steht. Manche gehen Einkaufen, andere haben Hunger auf Chicken Nuggets, andere wiederum wollen einfach nur schlafen.



Freitag 13:45 | Heilfroh und hochzufrieden heimwärts

Mittlerweile haben alle genug freie Zeit gehabt und manche warten schon seit einer halben Stunde am Treffpunkt. Als letzten Programmpunkt geht es für alle nun in den „Parc de la Pépinière“ – ein weitläufiger, schöner Park mit Rosengärten, Tiergehegen, Sportplätzen und ausgedehnten Wiesen. Kaum sind wir 10 Minuten spaziert, fängt es aber an zu tröpfeln – mutig motivieren die Lehrer die Schüler aber noch zu einer Extrarunde um das Tiergehege, bevor es dann schleunigst zurück zum Reisebus geht, damit alle so trocken wie möglich die Rückfahrt antreten können. Trotzdem waren viele Gesichter nass; es mag natürlich der Regen gewesen sein, vielleicht waren es aber auch Freudentränen der Schüler, die das Heimweh nicht mehr aushalten konnte, oder aber Tränen der Traurigkeit darüber, dass wir unser wundervolles Nancy nun hinter uns lassen mussten und nun durch den strömenden Regen wieder in Richtung deutscher Grenze fuhren. Hoffentlich können alle dem Fazit einer Schülerin zustimmen: zehn von fünf Sternen!


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